persönliches

Lutz Reißland

über mich

Von Kindesbeinen an faszinieren mich zwei Dinge besonders:

Die Tierwelt mit all ihren unerschöpflichen Arten und Formen, hier besonders die Vogelwelt sowie die Natur mit Ihren Schönheiten als Ganzes.

Aber mir ist als 10-Jähriger schon langsam klar geworden, wie verletzlich diese Natur ist und somit ist der Schutz der Natur für mich ein sehr wesentlicher Lebensinhalt geworden.

Im folgenden stelle ich die wichtigsten Stationen/Aktivitäten meines Lebens in Kurzform dar.

Ornithologie
Phase 1: die frühen Jahre bis zum 23. Lebensjahr
Geprägt durch das Leben auf dem Bauernhof, auf dem ich aufwuchs, haben mich schon immer Tiere interessiert. Ich war sehr oft in der Natur unterwegs. Gern spielte ich mit Jungtieren auf unserem Hof, unser Schäferhund, der immer auf mich aufpasste war mein bester Freund.

Schon im Vorschulalter begann ich Tiere zu zeichnen und zu modellieren. Dazu diente mir die 18- bändige Volksausgabe von Brehms Tierleben, welche sich heute noch in meiner Bibliothek befindet. Mit dem 10. Lebensjahr „spezialisierte“ ich mich damals zusammen mit einem Schulfreund auf die Vogelwelt, mit Hilfe der kleinen Bücher von Makatsch bestimmte ich die Vögel, ein kleines Fernglas 6×24 von meinem Großvater half mir dabei. Mit 12 Jahren begann ich meine Vogelbeobachtungen niederzuschreiben, mit 14 Jahren traten mein damaliger Schulfreund und ich in die Arnstädter Fachgruppe Ornithologie bei, wo wir dann oft an Exkursionen teilnahmen oder bei der Vogelberingung halfen. 1971 legte ich meine Beringerprüfung an der Vogelschutzwarte Seebach ab und beringte ehrenamtlich bis 1986 hauptsächlich in Thüringen Vögel.

Meine Ilmenauer Zeit 1977- 81
Privat hatte es mich nach Ilmenau verschlagen.

Durch die Möglichkeit, eine Datei der „Falke“-Leser bei der Post einzusehen, suchte ich alle Leser auf und hatte innerhalb eines halben Jahres über 30 Interessierte aktiviert, mit denen ich innerhalb des Kulturbundes die Fachgruppe Naturschutz/Ornithologie Ilmenau gründete und von 1977- 81 leitete, seinerzeit die aktivste und mitgliederstärkste Fachgruppe im damaligen Bezirk Suhl

Wir machten planmäßige Beobachtungen und Erfassungen, Vogelberingung, ich leitete Vogelexkursionen, 1979 organisierte ich dort die Ornithologentagung des Bezirkes Suhl etc.

Meine Meininger – Schleusinger Zeit bis 1990
Durch berufliche Veränderungen nahm ich ab Sommer 1980 am dortigen Museum eine Stelle als zoologischer Präparator an, es folgte die Facharbeiterausbildung am Phyletischen Museum in Jena und von 1984- 88 Fernstudium an der Humboldt-Universität Berlin, Fachbereich Museum für Naturkunde, Fachhochschulabschluss als Fachpräparator für biowissenschaftliches Sammlungsgut (Abschlußarbeit- paläozool. Thema: „Rekonstruktion eines fossilen Tetrapoden anhand seiner Fährte am Beispiel von Chirotherium barthii“) .

Von Juni 1980- März 1984 war ich an den Staatlichen Museen Meiningen angestellt, seit April 1984 habe ich das Naturhistorische Museum in Schleusingen mit aufgebaut.

Neben der Ornithologischen Beobachtungs- und Beringungstätigkeit wie z.B. Nachsuche nach dem Steinkauz im Grabfeld oder Teilnahmen an Beringungsaktionen im Rahmen der Aktion Baltic in Mecklenburg arbeitete ich in dieser Zeit als Artautor und im Redaktionsbeirat des Buchprojektes „Die Vogelwelt Thüringens“ Knorre/Grün/Günther, Schmidt 1986) mit, was viel Zeit erforderte.

In dieser Zeit arbeitete ich im BFA Ornithologie des Bezirkes Suhl unter Klaus Schmidt mit.

Mit Freunden unternahm ich oft Exkursionen und naturwissenschaftlich ausgerichtete Reisen, die mich u.a. in dieser Zeit dreimal nach Bulgarien führten

Die Hausener Ära von 1991 – 2003
Ab 1990 mussten sich alle DDR-Bürger neu orientieren. Ich arbeitete im Sommer als ornithologischer Reiseleiter in Ungarn und in Mecklenburg und durfte das erste Mal eine DO-G Tagung in Husum besuchen, der ich als „Ossi“ schon mehrere Jahre angehörte.

In den ersten Jahren des Aufbaus blieb kaum Zeit für große Ornithologische Aktivitäten außerhalb des Ilmkreises, erst in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre gab es wieder mehr Zeit für ornithologische Reisen und Projekte, die mich damals nach Griechenland, Malta, Polen, Russland – Kaliningrader Region u.a. führten.

Neben der DO-G (Deutsche Ornithologen-Gesellschaft), der ich schon seit 1986 angehöre, bin ich Mitglied im VTO (Verein Thüringer Ornithologen), den Museumsvereinen des Erfurter Naturkundemuseums und des ornithologischen Museums „Heineanum“ Halberstadt und war bis zu meinem Weggang aus Hausen auch im VAO (Verein Arnstädter Ornithologen) aktiv.

In meinem früheren Beruf als Präparator war ich seit dieser Zeit bis heute aus zeitlichen Gründen selten und auch bis heute nur noch gelegentlich aktiv. Damals wie auch heute nehme ich an ornithologischen Erfassungen und Kartierungen teil.

Die Zeit ab 2003 bis heute
Aus vielen unterschiedlichen Gründe an denen äußere Umstände ausschlaggebend waren, verkaufte ich mein Hausener Projekt und wir siedelten uns in Allendorf, im Landkreis Saalfeld – Rudolstadt an. Hier frönte ich nicht nur meiner geliebten Ornithologie sondern nahm auch wieder meine ornithologische Reisetätigkeit auf und war und bin auch Naturreiseunternehmen als ornithologischer Guide unterwegs. Auch bin ich avifaunistisch aktiv, gebe meine Daten bei Ornitho.de ein, nehme am Brutvogelmonitoring teil und habe am deutschen und thüringischen Brutvogelatlas mitgearbeitet. Für die Stiftung Naturschutz Thüringen und bei Bedarf auf Anfrage anderer kartiere ich Vögel.

Hier bin ich nach wie vor aktives Mitglied in der DO-G (Mitarbeit in der Fachgruppe Agrarvögel), dem VTO, der GTO (Gesellschaft für Tropenornithologie) des OBC (Oriental-Birdclub) und dem ABC (African Birdclub)

Naturschutz

Phase 1: die frühen Jahre bis zum 23. Lebensjahr

Mit 11 Jahren baute ich meine ersten Vogelnistkästen damals meist noch aus Holzstämmen kernfauler Bäume. Über 30 Kästen hing ich in dem Wald um Dannheim bei Arnstadt, dem Dorf, in dem ich meine Kindheit und Jugend verbrachte, auf.

Mit 16 Jahren bestand die Möglichkeit, als Naturschutzhelfer ehrenamtlich tätig zu sein, was ich dann auch tat.

Auch bekam ich durch den Rat des Kreises eine Delegierung zu einem 1-wöchigen Lehrgang für Naturschutz an der Zentralen Bildungsstätte für Naturschutz Müritzhof, in dem ich damals mit 16 Jahren jüngster Teilnehmer war.

Allerdings hatten zu DDR-Zeiten die ehrenamtlichen Helfer und Beauftragten keine Möglichkeit, bei Eingriffen durch Stellungnahmen mitzuwirken, wir waren nur die „Reparaturbrigade“.

Meine Ilmenauer Zeit 1977- 81
Ich wurde Naturschutzbeauftragter für das Ilmenauer Teichgebiet, wo ich mich zusammen mit Dr. H. Lange für die Unterschutzstellung eines Teiles des Gebietes einsetzte.

Dort machten wir Pflegeeinsätze, bauten Nistkästen und einen Storchenmast mit Kunsthorst und wirkten am Naturschutzgeschehen auf kreislicher Ebene mit.

An einer Ilmenauer Schule leitete ich eine Schülerarbeitsgemeinschaft „Junge Naturforscher“, mit denen ich im 14-tägigen Rhythmus Veranstaltungen durchführte. Aus dieser Gruppe heraus konnte ich 2 Jungens gewinnen, die später in die biologische Richtung gingen und z.T. noch ornithologisch aktiv sind.

Meine Meininger – Schleusinger Zeit bis 1990
Es erfolgte eine Zusammenarbeit mit der Meininger Fachgruppe für Naturschutz, bei der ein Schwerpunkt neben der Ornithologie auch die Fledermausforschung und deren Schutz war.

Mit diesen Freuden entstand eine Zusammenarbeit auch im Bereich des Museum.

Ich engagierte mich auch in Umweltgruppen, z.B. 1987- 1990 aktive Mitarbeit in der ökumenischen Umweltgruppe Suhl. 1986 lernte ich den Amerikaner Jeffrey Michel kennen, der damals im Schwarzwald wohnte, regelmäßig die DDR aufsuchte und sich für Energie und Umweltprobleme interessierte. Mit ihm zusammen deckten wir Umweltskandale der DDR-Regierung auf, über die Jeffrey Michel im Deutschlandfunk berichtete, was der DDR-Administration nicht passte. Wie ich nach der Wende aus meiner Stasi-Opferakte entnehmen konnte, waren 25 Spitzel auf mich angesetzt und ich wurde operativ behandelt, sämtlicher Briefverkehr in die damalige BRD und ins Ausland kontrolliert und kopiert, Telefone abgehört, Wohnung verwanzt, „Zersetzung“ im Freundeskreis, etc. das ganze Programm. Nur die politische Wende 1989 verhinderte ein Internierungslager, für das ich vorgesehen war. Es wurde auch auf Arbeit Druck auf mich ausgeübt, so dass ich das Museum Ende Mai1989 verließ.

Durch den fachlichen Schriftentausch mit vielen Kollegen aus der damaligen BRD wurde ich schon 1986 über Prof. Thielcke Mitglied im Deutschen Bund für Vogelschutz, dem heutigen NABU.

Die Hausener Ära von 1991 – 2003
Wir erhielten 1990 auch einen großen Bauernhof mit 63 ha Land und Wald in Hausen bei Arnstadt zurück, der zu DDR-Zeiten zwangskollektiviert wurde, und der, mein Vater war da 65 Jahre alt, meine Erbteil darstellen sollte. Ich schaute mir den Hof an, alles war völlig heruntergewirtschaftet und kaputt, das Wohnhaus schon 3 Jahre nicht mehr bewohnt.

Nachdem ich aus den Altbundesländern ankommende „Heuschrecken“ und „Glücksritter“, die dort z.B. einen Golfplatz bauen wollten, abgewiesen hatte, dachte ich man muss hier etwas machen, was die Region braucht und das es noch nicht gibt, wo dann in mir der Gedanke entstand, ein Kommunikationszentrum für Naturschutz und ökologischen Landbau aufzubauen und zu betreiben. Um das umzusetzen, gründet ich am 10.1.1991 mit 6 anderen Leuten den „Verband für Naturschutz und biologischen Landbau Thüringen e.V.“ mit dessen Hilfe und Fördermitteln, ABM etc. ich den Hof wieder aufbaute und das Projekt wurde 2 Jahre später, am 17.1993 mit einem Hoffest eröffnet. In dem Gebiet wurden auf meine Initiative hin durch uns die Flächen ökologisch bewirtschaftet, 4000 m Pflanz – und Benjeshecken mit Breiten vom 6 -10 m in die Landschaft gesetzt, ein Teich mit ca. 0,75 ha Wasserfläche von mir gebaut und viel mehr. In dieser Zeit projektierte und baute ich auch Pflanzenkläranlagen, setzte kleine Naturschutzmaßnahmen um, war Mitglied in zahlreichen Naturschutzvereinen, Gründungsmitglied und viele Jahre im Vorstand des Thüringer Ökoherzes , aktives Mitglied im NABU und BUND, Mitglied im Naturschutzbeirat und Naturschutzbeauftragter im Ilmkreis, hatte Kontakte zu Behörden und Parteien etc.

Es wurden durch mich zahlreiche Veranstaltungen, Vorträge, Presseartikel etc. initiiert, alles zu nennen würde ein Buch füllen.

Auch klagte ich neben dem BUND als einzige natürliche Person vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen die damals geplante Autobahn-ICE-Bündelungstrasse, die an Hausen vorbei und z.T. über Flächen von mir führte.

Ich arbeitete in vielen Fachgremien mit, die dem Ziel dienten, positive Veränderungen in unserer Gesellschaft herbeizuführen und war neben zahlreichen anderen Dingen, Initiator federführender Mitautor und Koordinator eines Schreibens namhafter, meist Thüringer Wissenschaftler und Persönlichkeiten an den Bundeskanzler Kohl 1994 in dieser Sache.

2002 arbeitete ich für die ZGAP im Norden Vietnams im Cuc Phuong-Nationalpark im EPRC, der ersten und bisher einzige Rettungsstation für bedrohte Affen in Asien unter Tilo Nadler mit.

Die Zeit ab 2003 bis heute

Im Naturschutz bin ich aus dem WWF, den ich auch viele Jahre angehörte, nach dem Skandal mit WWF – Monsanto („Der Pakt mit dem Panda“) ausgetreten, von 1994 bis heute aktiv bis 2010 stärker im BUND, mit dem mich in meiner Hausener Zeit viel verband, heute wieder stärker im NABU engagiert. Dort bin ich nicht nur im Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt aktiv, auf Landesebene seit 2022 mit im Landesvorstand sowie Landesfachausschuss Ornithologie, auf Bundesebene mit im Fachausschuss Ornithologie und Vogelschutz aktiv.

Meine Schwerpunkte hier sind die Mitarbeit in Grundsatz- und Positionspapieren etc.

Auch bin ich auf kreislicher Ebene im Naturschutz aktiv, Naturschutzbeauftragter und Mitglied im Naturschutzbeirat, sowie beratend bei Naturschutzthemen tätig.

Weiterhin engagiere ich mich in der ZGAP (Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Polpulationsschutz) und betreue eine Gruppe naturinteressierter Menschen.

Auch halte ich Vorträge und schreibe ich gelegentlich Presseartikel vorrangig zu zu naturschutzrelevanten Themen.

Ausgewählte Fakten zur meiner Lebensleistung:

– Mindestens 170000 Stunden für den Naturschutz aktiv.

– Die Pflanzung von mind. 100000 Bäumen mit verantwortet, davon 10000 Bäume und Sträucher

selbst gepflanzt.

– Über 4000 m Hecken angelegt, dazu noch Streuobstpflanzungen, Lesesteinhaufen etc.

– Mehrere Teiche angelegt und gebaut, der größte, der Teich zwischen Hausen und

Görbitzhausen hat eine Wasserfläche von ca. 0,75 ha und befindet sich im Eigentum des NABU.

– Mind 400 Nistkästen und Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse gebaut und draußen etabliert.

Zahlreiche Naturschutzprojekte umgesetzt. Den ökologischen Landbau in Thüringen mit

vorangetrieben.

– Ein 1984 neu gegründetes Museum, das Naturhistorische Museum Schleusingen mit aufgebaut.

Mitarbeit an Buchprojekten wie oben schon genannt.

– Aktive Mitarbeit in Naturschutzorganisationen wie der ZGAP, BUND, NABU, letzterer meine

Schwerpunktorganisation zur Erreichung und Umsetzung von Naturschutzzielen.

– Verfasser zahlreicher Schreiben an Politiker, offene Briefe und Publikationen, siehe externe

Liste.